Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x

Para Cross Menzelinsk/Russland

Bericht von Gernot Alic

Ich staunte nicht schlecht als im Mai beim Para Cross in Freistadt ein Russisches Team mit dem im Russischen Aero Club für Fallschirmsport zuständige Sektionsleiter Vladimir Gazetov erschienen. Das war eine echte Aufwertung unseres Traditionsbewerbes.

Schon bald gab es Kontakte unter den Springern und nach dem Bewerb waren 2 heimische Springer entschlossen die Einladung zu einem Para Cross in Russland anzunehmen. Ich wollte die Mannschaft auffüllen, als ich wenig später erfahren musste, dass beide Springer nicht teilnehmen konnten. Trotzdem blieb ich bei meiner Entscheidung nach Menzelinsk zu reisen, was sich dann im Nachhinein als richtig herausstellen sollte. Mit Fabian Resch und Oliver Bruckenberger vom HSV Red Bull Salzburg wurde das HSV Verbandsteam mit jungen interessierten Springern komplettiert.

Das Abenteuer Para Cross Menzelinsk/Russland konnte beginnen. Wenige Tage nach unserer Absichtserklärung unserer Teilnahme erhielten wir alle Informationen bezüglich Visa, notwendige Papiere, Reise usw. von Verantwortlichen der „Dropzone“ Menzelinsk.

Mit „Invitation“, ausgedrucktem Antragsformular und Reisepass suchten wir beim Russischen Konsulat in Salzburg um das Visum an, das wir eine Woche später auch abholen konnten.
Auch der Flug war gebucht und so war meine Sorge nur mehr unser Transport vom Flughafen Nizhnekamsk, auf dem wir um 22h20 landen sollten, in das ca. eine Stunde Fahrzeit entfernte Menzelinsk. Diese Sorge wurde mir aber durch die Bestätigung aus Menzelinsk genommen. Naja, ich will ehrlich sein, ich hoffte schon sehr, dass alles glatt geht.

Und, es ging alles glatt. Mit leichter Verspätung landeten wir in Nizhnekamsk und wurden dort von unserer Dolmetscherin Daria mit dem Schild „DC Menzelinsk“ empfangen. Wenig später saßen wir 3 in einem klapprigen Auto, der Fahrer konnte nur Russisch und bemühte sich sehr, uns schnell auf der, von Schlaglöchern übersäten Autobahn in unsere Unterkunft zu bringen. Nur einmal musste er das Auto anhalten, wegen einer Polizeikontrolle!

Nach unserer Ankunft an der Dropezone Menzelinsk wurden wir wieder von einer Dame freundlich empfangen, die uns alle Gegebenheiten erklärte und uns in unser Apartment führte. Schon nach Mitternacht sanken wir dann endlich in den Schlaf.
Am späten Vormittag des nächsten Tages erkundeten wir die Anlage. Eine verfallene Hindernisbahn und Schießanlagen deuten darauf hin, dass hier früher militärische Ausbildungen mit Fallschirmeinsätzen durchgeführt wurden. Gleich dahinter befindet sich ein großer „Pond“ für die Canopy Piloting Disziplinen. Zwei zweimotorige Absetzflugzeuge russischer und tschechischer Erzeugung stehen den Springer/innen zur Verfügung.

Beim Mittagessen sprach uns ein russischer Springer in ausgezeichnetem Deutsch an und wir konnten, dank Konstantin, einiges in Erfahrung bringen.

Er war einer der Kappenformationsspringer, die in diesen Tagen einen Rekord versuchten. Der russische Rekord lag bei einer Kappenrelativformation mit 19 Springer/innen. In den nächsten Tagen
wurden wir Zeugen, wie sich zuerst über Teilformationen, die dann zu größeren Formationen zusammengesetzt wurden, sich ein neuer russischer Rekord mit 22 Springer/innen entwickelte. Am letzten geplanten Tag für die Rekordversuche konnten wir die Bildung des neuen europäischen Rekords, einem Kappenformationsdiamanten mit 25 Springer/innen miterleben. Wir freuten uns mit den Springer/innen und gratulierten.
Nach dem Mittagessen erledigten wir dann die Anmeldung. Ein Formblatt half uns, die Dokumente, Fallschirmspringerschein, Sportlizenz, Versicherung, etc. vollständig zu präsentieren. Bevor wir unsere geplanten Trainingssprünge absolvieren durften, mussten wir ein Gurtzeugtraining einschließlich Notfallmaßnahmen durchführen und uns von einer Ärztin in einer eigenen medizinischen Station den Blutdruck untersuchen lassen. Diese medizinische Station sollten wir in den nächsten Tagen täglich immer vor dem Springen besuchen. „Very good“ hieß es dann seitens der Ärztin.

Da wir 2 Tage vor Wettbewerbsbeginn anreisten, konnten wir bei vier Trainingssprüngen die Gegebenheiten kennenlernen und der Exit aus dem Heck der Absetzmaschine machte uns sehr viel Spaß. Dabei lernten wir 3 junge Burschen und 2 Mädchen kennen, die mit uns trainierten. Ihre Trainerinnen nannten sie „Kinder“. Ein Mädchen, 15 Jahre jung, absolvierte den 300. Sprung.

Am Freitag um 16 Uhr war dann die Anmeldung zum Para Cross Bewerb. 6 Herrenteams, 3 Damenteams und Einzelstarter/innen, insgesamt 29 Springer/innen aus verschiedenen Regionen Russlands, der Ukraine, Kasachstan und wir Österreicher nahmen am Bewerb teil.

Bei der anschließenden Teambesprechung wurde der Zeitplan für den nächsten Tag bekanntgegeben.
9 Uhr Abfahrt zum Schwimmen in das örtliche Hallenbad;
10 Uhr Start des 100 Meter Schwimmbewerbes
Danach Pause bis 14 Uhr
14 Uhr Eröffnungszeremonie
15 Uhr Start zum Zielspringen für 3 der 5 Durchgänge

Vor dem Schwimmen wurde angekündigt, dass wir einen ….. unsere Dolmetscherin tat sich schwer den Begriff zu übersetzten, aber „Spongebob“ verstand dann doch jeder von uns. Nur keine/r von den Springer/innen hatte einen Schwamm dabei und so wurde kurzerhand beschlossen auf dem Weg zum Bad bei einem Shop Halt zu machen und einen zu besorgen. Aber das wurde letztendlich fallen gelassen. Vor dem Betreten der Schwimmhalle wurden wieder, diesmal von einer Badeärztin untersucht. Wir Österreicher als erste, dann alle anderen.

15 Minuten konnten wir uns beim Einschwimmen an die nachfolgende Belastung eingewöhnen.

Fabian und ich wurden in denselben Lauf nebeneinander gesetzt, Oliver in einen früheren Lauf.

Nach dem Start konnte Fabian mit schnellen Kraultempi die Führung übernehmen. Ich ging die erste Bahn schnell an, ließ mir aber Reserven. Ich wusste, die letzte Länge im 25 Meter Becken wird hart. Noch vor der letzten Wende konnte ich einen Vorsprung Fabians ausnehmen. Die letzten Kraftreserven wurden mobilisiert und ich konnte knapp vor Fabian dieses spannende Rennen beenden.

Das Ergebnis zeigte uns, dass wir im Mittelfeld der Teilnehmer landeten.

Dieser Para Cross Bewerb wurde am Nachmittag dann feierlich mit Ansprachen vom Bürgermeister der Stadt Menzelinsk, dem Verantwortlichen der Dropezone Menzelinsk und Abspielen der Russischen Hymne eröffnet. Unsere Dolmetscherin übersetzte die Ansprachen simultan auf Englisch in gekonnter Weise.

Wie angekündigt wurde gleich anschließend das Zielspringen gestartet. Schon bei den Trainingssprüngen erkannten wir die Dichte der Luft, die sich bei Änderungen des Windes auf das Reaktionsverhalten des Schirmes für uns ungewöhnlich auswirkte. Nach 2 Sprüngen an diesem Tag waren die Lichtverhältnisse nicht mehr optimal, so wurde der Bewerb dann unterbrochen und am nächsten Tag fortgesetzt.
Um 9 Uhr morgens startete das 2-motorige Absetzflugzeug mit uns an Bord. Der Teststreifen wurde geworfen, leider konnten wir die Abdrift nicht erkennen.

Während des Einkurvens gegen den Wind in Richtung Absetzpunkt konnte ich aber das Versetzen des Flugzeuges erkennen. Das bedeutete starker Wind jedenfalls in der Absetzhöhe von 1000 Meter. Das haben wir dann am Schirm hängend zu spüren bekommen. Von der Absetzhöhe bis ca. 200 Meter über Grund blies uns der Wind trotz voller Schirmfahrt rückwärts. Da sich die Windverhältnisse am Boden immer wieder änderten, war hohe Konzentration und Fingerspitzengefühl, sowohl beim Einkurven in den Endanflug als auch im Endanflug selbst gefragt. Alle 3 der noch verbliebenen Sprünge wurden an diesem Vormittag absolviert.

Letztendlich zahlte sich die Konzentration aus und wir konnten in der Teamwertung den 3. Rang belegen. Vor uns waren nur die zwei starken Teams aus Russland platziert.

Nach dem Mittagessen gab es die Entscheidung, ob noch an diesem Tag, wann und wo der noch ausständige 3000 Meter Cross Lauf stattfinden sollte.

Die Schiedsrichter erwiesen sich als sehr flexibel und bereiteten den Lauf kurzerhand am Flugplatz vor. Als Startlinie diente ein Querriss im Beton des Taxiways, als Ziel eine Tafel neben der Laufstrecke, da sich die Distanzen von Männern und Frauen unterschieden. Die Strecke verlief vom Start entlang des Rollstreifens zur Piste, dann entlang der Landepiste bis zu den 2 Umkehrpunkten hin und zurück und auf dem Rollstreifen wieder zum Ziel.

Das Teilnehmer/Innenfeld wurde sowohl bei den Damen, die nur 1500 Meter zu bewältigen hatten, als auch bei den Herren in eine schnelle und eine langsamere Gruppe nach den vorher angegeben Laufzeiten geteilt.
Fabian wurde der schnelleren Gruppe zugeteilt. Daher konnten Oliver und ich mit ansehen wie sich Fabian, die meiste Zeit alleine laufend abmühte. Da die Landebahn ein leichtes Gefälle aufwies konnte nach dem ersten Wechsel 1500 Meter leicht bergab gelaufen werden. Die letzten 700 Meter leicht bergauf mit schrägem Gegenwind von rechts machte es den Läufer/innen sichtlich schwer das Tempo zu halten.
Unser Lauf startete 10 Minuten später und in dieser Zeit machte ich mir Gedanken, wie ich das Lauftempo denn anlegen soll.

Dann endlich der Start, die Zeit lief. Vorsichtig tastete ich mich an meinen Laufrhythmus an. Ein Teilnehmer sprintete vorne weg und ich wusste, dieses Tempo werde ich nicht halten können. Ein russischer Sportler aber hatte einen 3 Meter Vorsprung gegenüber mir erlaufen und ich versuchte dieses Tempo mitzugehen. Wenn ich mich nur die erste Strecke des leichten Anstieges bis zur ersten Wende im Windschatten halten könnte, die anschließenden 1500 Meter abfallender Strecke wären dann leichter zu bewältigen. Ich kämpfte um den Anschluss und schaffte es im Windschatten zu laufen. Die erste Wende war erreicht, jetzt war meine Devise einfach so lange wie möglich dabei zu bleiben. Ich merkte, dass mein Gegner auch kämpfen musste. Ich lief an der Grenze zur Sauerstoffschuld, meine Lunge brannte, ein kurzer Gedanke, das Tempo zu verlangsamen, wurde vom Willen, „ Noch ein Stück, wenigstens bis zur nächsten Wende muss ich dran bleiben“ übertönt.

Die letzte Wende war erreicht. Jetzt ging es leicht bergauf und der Gegenwind von schräg rechts war merklich spürbar. Jetzt konnte ich den Vorteil des Windschattens gut nutzen. Ich setzte mich leicht links hinter meinen Gegner. Respekt hatte ich schon während des Laufes vor meinem „Windschild“. Dann nach weiteren 400 Meter setzte ich zum Überholen an. Es war eine gewagte Entscheidung, die sich aber schnell löste. Das Tempo wurde von Seiten meines Gegners erneut erhöht und ich musste mich wieder zurückfallen lassen. So schaffte ich es bis zum Einbiegen in die Zielgerade 300 Meter vor dem Ziel im Windschatten zu bleiben, den Zielsprint meines Gegners konnte ich aber nicht mehr Parole bieten und so überquerte ich die Ziellinie als 3. meines Laufes. Ich gratulierte meinem Mitläufer und bedankte mich für seine ungewollte Unterstützung. Er seinerseits sagte, dass er so schnell gelaufen ist, weil er immer meinen Atem im Nacken spürte. Naja, so hatte jeder von uns beiden profitiert.

Insgesamt landeten wir als Team beim Cross Lauf im Mittelfeld.

Nachdem alle 3 Disziplinen geschlagen wurden, war nach der Auswertung die Überraschung groß als das „Austria ÖHSV Team“ als 3. Team in der Ergebnisliste aufschien. Wir freuten uns und auch alle anderen Teams freuten sich mit uns.

Allgemein ist zu sagen, dass wir sehr gut betreut wurden und alle Teams waren begeistert, dass auch „Exoten“ aus Mitteleuropa sich den Aufgaben Schwimmen, Laufen und Fallschirmzielspringen stellten und nach Menzelinsk reisten.

Die Siegerehrung wurde ebenso feierlich abgehalten, wie die Eröffnungsfeier.

Bei der Abschiedsrede, die ein Vertreter jeder Nation halten musste, hob ich die Pflege der Freundschaften unter den Sportlern hervor, erwähnte die lange Para Cross Tradition in Österreich, dass der Para Cross Bewerb in Menzelinsk für uns sehr interessant war und dass wir wieder kommen werden.

Da ich Ansagen sehr ernst nehme, werde ich auf alle Fälle wieder kommen, Oliver und Fabian werden sicher auch das Abenteuer Para Cross auch wieder strapazieren. Ich hoffe aber, dass sich weitere Teams zu einer Teilnahme entschließen und vielleicht auch ein Österreichisches Damenteam nächstes Jahr die Reise nach Russland antritt.

Wir bedanken uns sehr herzlich für die großzügige Unterstützung des Österreichischen Heeressportverbandes die uns die Entscheidung zur Teilnahme am Para Cross in Menzelinsk / Russland sehr erleichtert hat.


Gernot Alic

Heute 182

Gestern 247

Insgesamt 209587

Kubik-Rubik Joomla! Extensions

Geschäftsführung

Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x

Bundesfachwarte

Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x